Um 06.30 h bin ich zum Schwimmen an den Strand gegangen, wo schon
allerhand Leute waren, da hier der Samstag nach dem „Feiertag“ Freitag
unserem „Wochenende“ entspricht. Anschließend habe ich die Hl. Messe
zelebriert und bin dann zum frühstücken gegangen, wo heute auch ziemlich
viele Leute waren, da zum Wochenende die Hotels wesentlich besser
gebucht sind. Dann habe ich noch Geld gewechselt – hier gibt es in allen
Wechselstuben reelle Umrechnungskurse, da entspricht fast der Euro dem
Dinar (insofern war es sehr unklug, am Flughafen 300 € einzutauschen, wo
der Kurs sehr schlecht war (wie auch an der Grenze von Syrien im
Vorjahr). Anschließend habe ich noch das Schwimmen im Pool genossen, wo
ich auch erstmals nicht allein war. Dann habe ich mich ans Packen
gemacht. Anschließend war gerade noch so viel Zeit, nochmals gegenüber
der Moschee, wo ich sie bereits gestern gegessen hatte, eine Tüte
Falavel zu holen, die ganz frisch für mich zubereitet wurden. Auf dem
Rückweg zum Hotel habe ich sie dann gegessen und bin dann gleich das
Gepäck aus dem Zimmer holen gegangen und habe dann an der Rezeption
bezahlt. Wie Moufid schon im Februar geschrieben hatte, kostete es pro
Nacht 35 JD. Yvonne (die Holländerin) meinte, wenn ich nächstes mal
direkt bei ihr buchen würde, könnte sie mir einen besonderen Preis
machen. Der Weg zur JETT-Station betrug knapp zehn Minuten mit dem
Gepäck. Dort musste ich erst zum Zoll, nach deren Gepäck-Freigabe
erhielt ich im Büro einen Stempel auf die Fahrkarte. Der Bus war
angenehm klimatisiert. Ich hatte in der zweiten Reihe rechts einen
Fenster-Platz. Es ging mit ein paar Minuten Verspätung kurz nach 12.00 h
los. Nach genau zwei Stunden hielt der Bus ein paar Minuten am
Straßenrand zu einer kurzen Rauch-Pause. Nach wiederum zwei Stunden war
er am Ziel: der ersten Station in Amman am 7° Circle, wo ich aussteigen
sollte. Der Bus hatte wohl die Wüsten-Autobahn genommen: es waren
nochmals schöne Ausblicke in die Landschaft, nur selten ging es an
kleinen Siedlungen oder Orten vorbei. Eigentlich wollte ich mich nun auf
die Suche nach der nächsten Station für die Busse nach Madaba machen –
aber ein Taxi-Fahrer bot sich an, mich für 10 JD dorthin zu fahren: das
wäre zwar das zehnfache wie der Bus-Preis – aber ich bräuchte weder hier
noch dort herum zu suchen und das Gepäck zu schleppen. Der Fahrer suchte
allerdings erst noch Bekannte auf, von denen er einen kostenlos nach
Hause fuhr (er wäre ein „armer Mann“). Unterwegs telefonierte er schon
mit einigen Leuten, die er nach der katholischen Johannes-Kirche fragte,
die er nicht kannte. Allerdings musste er auch vor Ort noch einige male
fragen und aufgrund der vielen engen Einbahnstraßen mussten wir längere
Zeit herumkurven. Als wir dann endlich am Ziel waren, stellten sich mir
der Pfarrer und Kaplan vor und sie verständigten Muin Twal, einen der
fünf Brüder (sie haben auch noch eine Schwester), der mich dann mit dem
Pfarrer zum Haus seines Bruders Imad fuhr. Dieser kommt erst Ende des
Monats aus London zurück, so dass ich es nutzen kann. Ich packte dann
ein paar Sachen aus und ging zur Vorabendmesse, die gut besucht war und
recht feierlich: es wurde gesungen, sieben Kinder ministrierten, es
wurde Weihrauch benutzt, nach der Gabenbereitung kam der Pfarrer
anscheinend aus dem Beichtstuhl und konzelebrierte beim Kaplan. Es gibt
hier nur Mundkommunion mit Kommunion-Patene. Nach der Hl. Messe brachte
eine Frau ihre zwei Kinder zur feierlichen Segnung mit Weihwasser und
Ministrantin nach vorne. Dann wurde ich noch zum kurzen Pfarr-Kaffee
eingeladen: es gab wie schon bei der Ankunft im Pfarrhaus ein Becherchen
ungesüßten arabischen Kaffee. Der Pfarrer hatte jetzt noch eine Taufe.
Da es längst dunkel geworden war, hatte ich den Rückweg nicht mehr
gefunden und bin nochmals zur Kirche zurück, wo es mir jemand erklärt
hat – das war sogar eine Abkürzung über Treppen. Dann suchte ich mir
noch einen Imbiss, wo es Falavel gibt: das ist sogar in der gleichen
Straße, gar nicht weit weg: 20 Stück kosteten auch hier nur ¼ JD. Da
gegenüber vom Haus ein kleines Lebensmittelgeschäft ist, kaufte ich dort
noch zwei Flaschen kühles Wasser. Ich war schon auf der anderen
Straßenseite überrascht, dass im Wohnzimmer Licht brennt und dann auch
die Haustür nicht abgeschlossen war: Bruder Issam war dort TV schauen
und Pfeife rauchen, verabschiedete sich dann aber bald. Um 20.00 h
betete ich Vesper und Komplet und ging dann bald zu Bett.
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