Moschee in Nuweiba

Moschee in Nuweiba
2. Aufenthalt im Sinai (Januar 2010)

Samstag, 22. Oktober 2011

Jordanien - 19.X.2011






Gegen 00.15 h Ortszeit (ich hatte auf dem Flug ja zwei Stunden
Zeitverschiebung) kamen wir in Gatwick an. Man musste über
kilometerlange Gänge gehen, bis man zur Passkontrolle (die für EU-Bürger
elektronisch in zwei Schritten erfolgte) und zum Gepäck-Band kam: dafür
war dann mein Koffer schon da. Ich schaute kurz mal in die Kapelle des
Nord-Terminals, in dem wir angekommen waren, wo es aber durch einige
Männer recht unruhig zuging. So fuhr ich mit dem Shuttle-Zug zum
Süd-Terminal, dessen Kapelle mir der Diakon Ian für die Hl. Messe
empfohlen hatte. Allerdings waren auf der Ebene Bauarbeiten, so dass der
Zugang versperrt war. Einer der Arbeiter geleitete mich allerdings
dorthin, so dass ich in Ruhe um 01.15 h die Hl. Messe zelebrieren
konnte. Dann fuhr ich zurück in das Nord-Terminal und legte mich bei
einer Sitz-Gruppe auf den Boden, um etwas zu Schlafen: allerdings fror
ich bald so sehr, dass ich den Versuch abbrach und bis zum Öffnen des
Schalters um 06.30 h dort wartete. Dann konnte ich zur
Sicherheitskontrolle, die problemlos erfolgte. Dann musste ich lange in
der riesigen Halle warten, da hier erst eine Stunde vor Abflug die Tore
angezeigt werden. Genau eine Stunde vor Abflug wurde dann Gate 113
angezeigt – das letzte von allen: der Weg dorthin betrug eine knappe ¼
Stunde. Es ging pünktlich los und unterwegs gab es eine Brezel und einen
Becher Kaffee. Der Flug dauerte nur ca. 1 ¼ Stunde und wir landeten bei
Regenwetter und nur 5° C in Nürnberg. Der Koffer war schon da – so
konnte ich gleich vor der Tür zur U-Bahn: an deren Endhaltestelle
Röthenbach stand schon der Bus zur weiterfahrt. Zusammen betrug der
Fahrpreis nur 2.10 €. Der Bus hielt direkt vor dem „Palm Beach“, in dem
ich mich nun von der anstrengenden Nacht gut erholen konnte. Gegen 19.30
h ging ich dann hinaus und an der Kasse wartete schon Herr Ossmann. Es
ging auf der Auto-Bahn rasch vorwärts – allerdings gab es dann ganz
knapp vor der Ausfahrt einen Stau wegen einem schweren Unfall. Gegen
21.30 h war ich dann im Kloster zurück und konnte rasch ein- und
durchschlafen.

Jordanien - 18.X.2011 - Fest des Ev. Lukas






Um 05.05 h bin ich mit dem Gebetsruf aufgestanden und hatte so viel Zeit
für das Morgen-Gebet und den Rest zu packen. Um 07.00 h habe ich in der
Hl. Messe konzelebriert, an der nur die vier Schwestern und zwei weitere
Leute teilgenommen haben. Allerdings sind viele der Schüler für eine
Zeit herein gekommen. Vor dem anschließenden Frühstück habe ich dann den
Morgen-Apell auf dem Schulhof der höheren Mädchenschule miterlebt, der
dienstags auf Englisch statt findet: nach Klassen geordnet sind die
Schülerinnen aufgestellt. Dann wird die jordanische Flagge gehisst und
die Nationalhymne gesungen. Anschließend wird das Vater unser gemeinsam
gebetet und eine Schülerin trägt einen Abschnitt aus dem Evangelium vor.
Dann gibt die Lehrerin noch kurze Ermunterungen für diesen Schultag und
klassenweise gehen die Mädchen in das Schulgebäude, während eine am
Mikrofon noch etwas zur Geschichte und Geographie des Landes vorträgt.
Nach dem Frühstück habe ich mich von den beiden netten Priestern
verabschiedet und für 09.00 h war bereits gestern das Taxi zum Toten
Meer bestellt. Der Fahrer war schon eher da und ich ebenfalls fertig vor
der Haustür, so dass es gleich los gehen konnte. Mit einigen kurzen
Foto-Stops – z. B. am Berg Nebo – ging es in einer guten ¾ Stunde ans
Tote Meer zum „Amman Beach“, wo wir auch im Vorjahr am gleichen Tag
gewesen waren. Leider hat das auch wieder 15 JD gekostet, die Taxi-Fahrt
pro Richtung 20 JD – und den Preis nimmt er auch zum Flughafen (wo
anderen 15 JD reichen). Es war ein sehr schöner erholsamer Tag – die
Sonne „brannte“ zwar: aber im Schatten war es nicht so heiß wie im
Vorjahr, nur ca. 30° C. Ich war immer wieder längere Zeit im Toten Meer
und habe für ein paar Bahnen auch kurz die Pools zwischendurch genutzt.
Leider ist mir hier das Handtuch abhanden gekommen – vielleicht gleich
beim Umziehen am Anfang, wo ich in die Tüte mit den Bade-Sachen den
Habit verstaut hatte. Den Fahrer hatte ich für 16.00 h bestellt, er war
auch schon ½ Stunde eher da – nahm aber erst sein Gratis-Essen in dem
Restaurant ein. Dann ging es zurück nach Madaba, wo ich zum letzten mal
in meinem Stamm-Imbiss Falavel holte und nochmals zur Kirche ging zu
einem kurzen Dank-Gebet für den schönen Urlaub. Abouna Yakoub führte
gerade eine französische Gruppe zu dem Brunnen usw. Für 18.00 h war
sowohl jemand von der Familie Twal bestellt, um den Haustürschlüssel in
Empfang zu nehmen als auch der Taxi-Fahrer. Muin war schon am 17.-45 h
da und wartete dann mit mir auf das Taxi, das kurz vor 18.00 h kam.
Inzwischen wurde es auch schnell dunkel. In einer knappen halben Stunde
waren wir am Flughafen. Gottlob gab es wegen der fehlenden
Gebühren-Marke vom Visa keine Probleme (allerdings erhielt ich den
Ausreisestempel auf der Seite vom letzten mal – vielleicht hatte sich
der Beamte vertan). Nervig ist beim Flughafen von Amman, dass man erst
später zum Gate gleassen wird und dort dann nochmals
Sicherheitskontrollen sind. Da hatte ich allerdings dann keine Probleme.
Der Flug ging pünktlich los – aber leider konnte ich an Bord nicht
schlafen, da es unbequem und unruhig war.

Jordanien - 17.X. - Ignatius von Antiochien





Heute weckte mich bereits gegen 05.10 h der Gebetsruf des Muezzin.
Eigentlich wollte ich danach versuchen nochmals zu schlafen – aber nach
ca. 10-20 Minuten ging das wieder los, so dass ich schon früher
aufgestanden bin und somit viel Zeit für das Morgen-Gebet hatte. Dann
bin ich zur Kirche gegangen, die allerdings noch verschlossen war.
Unterdessen kamen die ganzen Schul-Kinder, die meisten mit dem
Uniform-Hemd bekleidet. Um 07.30 h sollte die Schul-Messe sein – aber
sie begann mit ¼ Stunde Verspätung. Die Kirche war komplett gefüllt mit
den Kindern und einigen Lehrern. Es wurden die Lieder auch mit Orgel
begleitet und der Kaplan hielt eine kurze Predigt. Unterdessen gingen
auch viele beim Pfarrer zum Beichten: wir mussten nach dem Sanctus
warten, dass er noch an den Altar kam. Einige kamen dadurch scheinbar
nicht mehr dran. Anschließend hatten mich die beiden Geistlichen zum
Frühstück eingeladen, das sie selber bereiten. Dann organisierte mir
Abouna Yakoub einen Fahrer der griechisch-katholischen Pfarrei als
Fahrer, der mich um 09.30 h vor der Haustür mit einem Kleinbus abholte.
Die Fahrt nach Ma'in Hot Springs dauerte ca. 40 Minuten. Es ging durch
die Hügel, von denen man an manchen Stellen einen schönen Ausblick auf
das Tote Meer hatte. Dann ging es wieder auf engen Serpentinen tief
hinab in eine Schlucht, bis wir das Eingangs-Tor erreicht hatten. Der
Fahrer organisierte mir eine Einheimischen-Eintrittskarte für 10 (statt
15 JD). Von dort war es noch ein kleines Stück weiter hinunter, vorbei
an einem kleinen Extra-Bereich mit dem sog. „Familien-Wasserfall“. Dann
kam das Gebäude mit den Umkleiden und Toiletten und ein paar Schritte
weiter unterhalb war dann das eigentliche Bade-Gelände mit
Picknick-Plätzen. Da etliche Frauen in voller Bekleidung badeten,
sorgten Touristen-Polizisten dafür, das nicht fotografiert wurde. Der
Hauptwasserfall war beeindruckend: er gießt sich an einigen natürlichen
Bade-Becken vorbei in die Tiefe. In 2-3 Kaskaden kann man baden, sich
unter den Wasserfall stellen aber auch unter die kleineren, die sich aus
den oberen Becken ergießen. Ganz oben kann man in den Grottenbereich
hinein, wo durch das heiße Wasser die Temperatur so hoch ist, dass man
wie in einer natürlichen Sauna zum Schwitzen kommt. Eine Tafel am
Familien-Wasserfall informierte über die Temperaturen in den
verschiedenen Monaten: für Oktober sind 60° C angegeben, was durchaus
zutreffen kann, da ich beim Überqueren des Wasserlaufes kurz mit den
Füßen hinein geraten bin. Den ganzen Tag hindurch bin ich wieder wieder
hier oben in die Grotte gegangen und auch kurz unter den Wasserfall und
in die Becken – dazwischen habe ich mich dann immer wieder im Schatten
erholte. Zwischendurch lernte ich die nette Familie Kuteifan aus Hamburg kennen,
später dann noch eine große
Frauengruppe unterschiedlichen Alters aus Amman kennen, die mit einem
Assistenten ihres Fahrers den ganzen Tag hier verbrachten: sie luden
mich zu arabischen Tänzen ein, die sie lautstark mit Trommeln, Schellen
und Klatschen unterstützten. Sie luden mich auch zu Tee, Kaffee ein, die
sie frisch auf einem kleinen Gas-Kocher bereiteten und boten mir auch
köstliches Obst an. Ich lernte auch noch einen Katholiken aus „meiner
Pfarrei“ in Madaba kennen, der als Fremden-Führer zwei Italiener hierher
gebracht hat und sehr gut Italienisch spricht. Für 17.00 h hatte ich die
Rückfahrt terminiert. Angesichts des Sonnenuntergangs in der Schlucht
ca. 16.30 h ein passender Zeitpunkt. Der Besitzer des
Lebensmittelgeschäftes und der Bar in der Nähe des Eingangs offerierte
mir noch einen Mango-Nektar und eine kleine Flasche Wasser. Ca. 16.50 h
kam auch schon der Fahrer. Auf dem Rückweg sahen wir etliche Schafherden
und er zeigte mir sowohl das Haus der Familie des lateinischen
Patriarchen von Jerusalem als auch in einem Dorf das Anwesen des
dortigen Priesters aus Italien, Padre Tommaso. Er organisierte mir dann
noch für morgen einen Taxi-Fahrer zum Toten Meer und zum Flughafen. So
ging ich nach der Rückkehr erst mal zu der Wechselstube, um nochmals
Euro in Dinare zu wechseln. Dann holte ich die üblichen 20 Falafel, aber
zusätzlich noch ein Falavel-Sandwich (in einer Brottasche mit Hoummus,
Pommes Frittes, Senfgurken und Gemüse-Salat): zusammen kostete es nur ½
JD. Auf dem Rückweg zur Wohnung schaute ich in der Nähe noch in ein
kleines Geschäft hinein, das nur Plüsch-Tiere verkauft und in dem ich
bereits gestern eine Orang-Utan-Mutter mit Kind gesehen hatte: da beide
zusammen nur 2 JD kosten sollten, kaufte ich sie. Der Händler musste
erst noch den 5 JD-Schein wechseln gehen und bot mir für die kurze
Wartezeit noch ein weiteres Tier zur Auswahl an: ich wollte zwar nicht
noch etwas nehmen, aber da er darauf bestand suchte ich mir eine kleine
Giraffe aus. Die Haustür war nicht verschlossen: erst dachte ich, ich
hätte das vergessen – aber es war wieder Abouna Imads Bruder zum
TV-Schauen und Wasserpfeife-Rauchen im Wohnzimmer. Dann holte ich
gegenüber noch eine Flasche Wasser und gönnte mir für den letzten Abend
in Jordanien noch eine Dose einheimisches Bier aus dem Liquor-Store
nebenan: die Dose „Philadelphia“ kostete 1,50 JD. Ansonsten wird im
ganzen Land fast ausschließlich das holländische „Amstel“ groß beworben.
Dann schrieb ich diesen Bericht weiter, packte schon so weit wie möglich
für den Rückflug, damit ich nicht nach der Rückkehr vom Toten Meer viel
Zeit benötige und betete Vesper und Komplet.

Jordanien - 16.X. - 29. Sonntag i. J. (Hl. Hedwig; hl. M. Margarete Alacoque)





Mit dem Ruf des Muezzin ca. 05.50 h bin ich aufgestanden. Nach Brevier
und Morgen-Gebet habe ich mir ein Almased-Frühstück gemacht und bin dann
zur Kirche gegangen. Vor der Hl. Messe wurde dort der Rosenkranz
gebetet: eine der Rosenkranz-Schwestern (es sind drei hier vor Ort und
eine Novizin) hat ihn angestimmt. Einige holländische Touristinnen
durften mit dem Küster die Glocken läuten. Ich konzelebrierte dann um
09.30 h: es waren noch mehr Leute da als gestern, darunter auch viele
Kinder. Nach der Hl. Messe gab es wieder Kaffee. Dann zeigte mir der
Küster die Ausgrabungen usw.: u. a. einen 3000 Jahre alten Brunnen: er
schöpfte mir aus 13 Meter Tiefe frisches Wasser. Dann konnte ich den
Kirchturm besteigen: vorbei an den Glocken konnte ich dann auf einen
Rundgang nach draußen gelangen und vom höchsten Punkt Madabas das
Panorama der ganzen Stadt und Umgebung genießen. Anschließend besuchte
ich das kleine Museum in der Nähe: die 2 JD Eintritt gelten zugleich
auch für den Archäologischen Park, den ich dann im Anschluss aufsuchte
sowie die ehemalige Apostel-Kirche: alles dreht sich hier in Madaba um
alte Mosaike. Ich schlenderte dann noch durch den Soukh und traf auch
bei einem Andenken-Laden den Herrn wieder, der gestern den Pfarr-Kaffee
aus schenkte: er ist syrisch-katholischer Christ aus Bagdad und lebt wie
viele seiner christlichen Landsleute hier in Jordanien. Um 13.00 h war
ich zum Mittagessen bei den beiden Priestern eingeladen: Abouna Yakob
und Abouna Georg, die von einer Köchin hervorragend bekocht werden. Es
gab mir bislang unbekannte Spezialitäten der Region. Anschließend noch
Kaffee und Süßigkeiten. Dann suchte ich die Apostel-Kirche auf, in der
mir gegen ein „Bakschisch“ von 1 JD der Kustode erlaubte, hinter die
Absperrungen zu gehen und so aus nächster Nähe die Mosaike anschauen und
fotografieren zu können. Dann ging ich nochmals an etlichen Geschäften
vorbei und suchte die orthodoxe Georgs-Kirche auf: den Eintritt ersparte
ich mir, da ich ja genau vor einem Jahr darin war. So betete ich
stattdessen auf einer schattigen Bank gegenüber dem Eingang im Garten
einen Rosenkranz. Dann holte ich aus der Wohnung das Netbook und 10 €
und kaufte bei dem Iraker einige Kleinigkeiten: ein Holzkästchen mit
kleinem Mosaik ( mit dem Motiv der Schlange auf dem Berg Nebo), einen
gold-textilen St. Georg auf Magnet-Rückseite und zwei Sorten Seife vom
Toten Meer: statt 14 brauchte ich nur 8 JD zu bezahlen. Er begleitete
mich zuvor zu einer bestimmten Wechselstube, wo es wie auch in Aqaba
einen guten Kurs gab. Dann ging ich ein paar Schritte weiter zu einem
Cafe, das kostenlosen Internetanschluss anbietet. Ich bestellte dort
einen gepressten Zitronensaft mit Minze (der 2.20 JD kostete) – aber das
Netbook kam mit der IP-Adresse nicht zurecht, so dass ich nicht ins
Internet kam. So kehrte ich zur Wohnung zurück, schrieb diesen Bericht
weiter, betete die Vesper und nahm dann an der Abendmesse teil, die
Sonntags der Hauptgottesdienst ist, da viele arbeiten müssen (in den
moslemischen Betrieben usw. ist freitags frei). So waren auch alle
Plätze der großen Kirche besetzt, einige mussten noch stehen. Es waren
sehr viele junge Leute / Studenten dabei. Ein Jugend-Chor hat
vorgesungen und die Lieder wurden mit elektronischer Orgel begleitet.
Anschließend war der ganze Vorplatz zum Pfarr-Kaffee gefüllt. Ich bin
dann weiter, um mir wie gestern 20 Falavel zu holen, die gerade frisch
zubereitet wurden. Dann habe ich das Nachtgebet gehalten und mich bald
zu Bett begeben.

Jordanien - 15.X. - Theresa von Avila






Um 06.30 h bin ich zum Schwimmen an den Strand gegangen, wo schon
allerhand Leute waren, da hier der Samstag nach dem „Feiertag“ Freitag
unserem „Wochenende“ entspricht. Anschließend habe ich die Hl. Messe
zelebriert und bin dann zum frühstücken gegangen, wo heute auch ziemlich
viele Leute waren, da zum Wochenende die Hotels wesentlich besser
gebucht sind. Dann habe ich noch Geld gewechselt – hier gibt es in allen
Wechselstuben reelle Umrechnungskurse, da entspricht fast der Euro dem
Dinar (insofern war es sehr unklug, am Flughafen 300 € einzutauschen, wo
der Kurs sehr schlecht war (wie auch an der Grenze von Syrien im
Vorjahr). Anschließend habe ich noch das Schwimmen im Pool genossen, wo
ich auch erstmals nicht allein war. Dann habe ich mich ans Packen
gemacht. Anschließend war gerade noch so viel Zeit, nochmals gegenüber
der Moschee, wo ich sie bereits gestern gegessen hatte, eine Tüte
Falavel zu holen, die ganz frisch für mich zubereitet wurden. Auf dem
Rückweg zum Hotel habe ich sie dann gegessen und bin dann gleich das
Gepäck aus dem Zimmer holen gegangen und habe dann an der Rezeption
bezahlt. Wie Moufid schon im Februar geschrieben hatte, kostete es pro
Nacht 35 JD. Yvonne (die Holländerin) meinte, wenn ich nächstes mal
direkt bei ihr buchen würde, könnte sie mir einen besonderen Preis
machen. Der Weg zur JETT-Station betrug knapp zehn Minuten mit dem
Gepäck. Dort musste ich erst zum Zoll, nach deren Gepäck-Freigabe
erhielt ich im Büro einen Stempel auf die Fahrkarte. Der Bus war
angenehm klimatisiert. Ich hatte in der zweiten Reihe rechts einen
Fenster-Platz. Es ging mit ein paar Minuten Verspätung kurz nach 12.00 h
los. Nach genau zwei Stunden hielt der Bus ein paar Minuten am
Straßenrand zu einer kurzen Rauch-Pause. Nach wiederum zwei Stunden war
er am Ziel: der ersten Station in Amman am 7° Circle, wo ich aussteigen
sollte. Der Bus hatte wohl die Wüsten-Autobahn genommen: es waren
nochmals schöne Ausblicke in die Landschaft, nur selten ging es an
kleinen Siedlungen oder Orten vorbei. Eigentlich wollte ich mich nun auf
die Suche nach der nächsten Station für die Busse nach Madaba machen –
aber ein Taxi-Fahrer bot sich an, mich für 10 JD dorthin zu fahren: das
wäre zwar das zehnfache wie der Bus-Preis – aber ich bräuchte weder hier
noch dort herum zu suchen und das Gepäck zu schleppen. Der Fahrer suchte
allerdings erst noch Bekannte auf, von denen er einen kostenlos nach
Hause fuhr (er wäre ein „armer Mann“). Unterwegs telefonierte er schon
mit einigen Leuten, die er nach der katholischen Johannes-Kirche fragte,
die er nicht kannte. Allerdings musste er auch vor Ort noch einige male
fragen und aufgrund der vielen engen Einbahnstraßen mussten wir längere
Zeit herumkurven. Als wir dann endlich am Ziel waren, stellten sich mir
der Pfarrer und Kaplan vor und sie verständigten Muin Twal, einen der
fünf Brüder (sie haben auch noch eine Schwester), der mich dann mit dem
Pfarrer zum Haus seines Bruders Imad fuhr. Dieser kommt erst Ende des
Monats aus London zurück, so dass ich es nutzen kann. Ich packte dann
ein paar Sachen aus und ging zur Vorabendmesse, die gut besucht war und
recht feierlich: es wurde gesungen, sieben Kinder ministrierten, es
wurde Weihrauch benutzt, nach der Gabenbereitung kam der Pfarrer
anscheinend aus dem Beichtstuhl und konzelebrierte beim Kaplan. Es gibt
hier nur Mundkommunion mit Kommunion-Patene. Nach der Hl. Messe brachte
eine Frau ihre zwei Kinder zur feierlichen Segnung mit Weihwasser und
Ministrantin nach vorne. Dann wurde ich noch zum kurzen Pfarr-Kaffee
eingeladen: es gab wie schon bei der Ankunft im Pfarrhaus ein Becherchen
ungesüßten arabischen Kaffee. Der Pfarrer hatte jetzt noch eine Taufe.
Da es längst dunkel geworden war, hatte ich den Rückweg nicht mehr
gefunden und bin nochmals zur Kirche zurück, wo es mir jemand erklärt
hat – das war sogar eine Abkürzung über Treppen. Dann suchte ich mir
noch einen Imbiss, wo es Falavel gibt: das ist sogar in der gleichen
Straße, gar nicht weit weg: 20 Stück kosteten auch hier nur ¼ JD. Da
gegenüber vom Haus ein kleines Lebensmittelgeschäft ist, kaufte ich dort
noch zwei Flaschen kühles Wasser. Ich war schon auf der anderen
Straßenseite überrascht, dass im Wohnzimmer Licht brennt und dann auch
die Haustür nicht abgeschlossen war: Bruder Issam war dort TV schauen
und Pfeife rauchen, verabschiedete sich dann aber bald. Um 20.00 h
betete ich Vesper und Komplet und ging dann bald zu Bett.

Jordanien11



14.X.


Um 07.00 h war ich frühstücken und bin dann zur Kirche gegangen, wo aber
weder der Küster noch der Pfarrer aufzufinden waren, so dass ich
zurückgehen und im Zimmer zelebrieren musste. Anschließend habe ich noch
einige Runden im Pool gedreht. Um 10.30 h war Treffpunkt mit den Unnaern
zu einer Fahrt in die Wüste – da am heutigen freien Tag der Muslime am
Strand ales überfüllt ist. Wie immer ging es etwas später los und es
mussten noch in der Stadt einige Einkäufe erledigt werden. Die Wüste war
sehr beeindruckend – und noch dazu im Gegensatz zum benachbarten Wadi
Rum kostenlos und mit eigenem Fahrzeug zugänglich. Wir legten
verschiedene Stops ein und machten auch einen Spaziergang durch ein
Beduinen-Dorf. Mittags machten wir längere Zeit in einer kleinen Bucht
zwischen zwei Felspartien. Ein besonderes Erlebnis war, die historische
Dampflok zu sehen, die für Filmaufnahmen eines deutschen Teams von
„Arte“ eingesetzt wurde: sie drehen einen Film in fünf Wüsten unter dem
Thema „Die Farben der Wüsten“. Auf der Rückfahrt konnten wir dann am
Mini-Bahnhof Rum den ganzen Zug aus nächster Nähe anschauen und auch
durch die alten Wagen erster und zweiter Klasse gehen. Nach der Rückkehr
machte ich noch einen Spaziergang zu den drei Ausgrabungs-Stätten
Aqabas. Ganz nah beim Hotel die „älteste Kirche der Welt“, die aber nur
ganz wenige Grundmauern in einer ziemlich verwahrlosten „Baugrube“ zeigt
[auf der Rückfahrt mit dem Bus nach Amman stellte ich allerdings fest,
das ich gar nicht an der richtigen Stelle war: diese wäre ganz in der
Nähe gewesen] – dann die alte islamische Stadt Ayla und in der Nähe der
riesigen Revolutions-Flagge das alte Fort. Die Straßen waren voller
Leute aus dem ganzen Land, die am freien Wochentag hier zur Erholung und
zum Einkaufen gekommen sind und die ganze Stadt bevölkern. Im Souk sah
ich einen Falavel-Imbiss, in dem ich 20 Stück für nur ¼ JD bekam. Für
18.30 h vereinbarte ich ein Treffen mit Rolf und Ruth aus der Schweiz,
die mich zum „Ali Baba“ einluden und sich dort als protestantische
Pfarrer i. R. „offenbarten“. Es war ein sehr netter Abend. Als wir uns
verabschiedeten kamen gerade die Unnaer, die hier wohl fast immer zu
Abend aßen. Anschließend besuchte ich noch kurz Hanna Twal (den auch die
Schweizer kennen) und wir tauschten zum Abschied kleine Geschenke aus.