Moschee in Nuweiba

Moschee in Nuweiba
2. Aufenthalt im Sinai (Januar 2010)

Montag, 25. Oktober 2010

Gebetsruf (Athan) in der Via recta

Athan - Gebetsruf bei der Omayaden-Moschee

Basilika meines Tauf-Patrons, des hl. Evangelisten Johannes Markus in Byblos

Dienstag 19.10.10

Am Flughafen mussten wir noch länger warten, bis wir hinein gelassen wurden. Dann erfolgten die üblichen Kontrollen usw. Der Flug war ohne Verspätung angekündigt und ging auch pünktlich los. In Istanbul musste ich mich dann von den anderen verabschieden: unsere beiden Weiterflüge waren auch ohne Verspätung angezeigt (während der unmittelbar letzte München-Flug davor neun Stunden verspätet sein würde). Es ging pünktlich los. Während des gesamten Fluges ging es über die Wolken hinweg, da die gesamte Strecke bedeckt war. Die Ankunft in München (es war 2°C - welch großer Unterschied zu den gestrigen 40° C am Toten Meer) erfolgte pünktlich - allerdings irrte dann das Flugzeug lange über das gesamte Flughafengelände herum, bis es die endgültige Parkposition erreicht hatte. Per Bussen ging es von dort zum Terminal - wo sich dann die ca. 200 Passagiere lange an der Passkontrolle stauten. Als ich dann endlich durch war und zum Gepäck kam, war mein Trolley schon auf dem Band, so dass ich gleich hinaus konnte, direkt gegenüber in der Bäckerei für den Tag etwas Proviant kaufte (wovon ich dann allerdings bis zum Abend nur ein Joggingbrötchen aß) und mir dann schon Herr Perchermayer entgegen kam, der mich zur Therme fuhr, so dass ich mich von den Strapazen der Reise erholen konnte. Kurz nach 20.00 Uhr traf Herr Blankschein ein, der mich teilweise bei strömendem Regen nach Weltenburg fuhr, wo wir gegen 21.15 Uhr eintrafen. Unterwegs war ich wegen des fehlendes Schlafes oft eingenickt. Zum Abschluss des Tages zelebrierte ich um 21.45 Uhr die Hl. Messe.

am letzten Tag der Reise hatten wir 40° C

Montag 19.10.10 - Fest des hl. Evangelisten Lukas

Wir hatten vereinbart, um 07.00 Uhr zu frühstücken und um 08.00 Uhr in der St. Georgs-Kirche die Mosaiken zu besichtigen. Da es bei den anderen aber am Vortag wieder bis Mitternacht geworden war, frühstükte ich allein (und freute mich über das kleine Buffet mit typisch orientalischen Gerichten, auch frische Gurken / Tomaten, Mandarinen und Orangensaft. Dann ging ich zur Griechisch-Orthodoxen Kirche St. Georg (im benachbarten dazu gehörenden Gästehaus hätten wir bei der Gruppenreise übernachtet). Der Eintritt betrug 1 JD. Es kam schon eine asiatische Gruppe heraus, bald kam eine slawische Radler-Gruppe. Gegen 09-30 Uhr startete dann unser Taxi-Fahrer Ahmed zum Berg Nebo, der von Gruppen überlaufen war. Zudem waren noch die Umbauten im Gange, die schon vor über einem Jahr abgeschlossen sein sollten. Dennoch konnten wir ein ruhiges Plätzchen finden, um den Bericht aus dem Buch Deuteronomium über den Tod des Mose zu lesen. Für eine wirkliche Sicht nach Israel oder gar Jerusalem war es zu dunstig. Nächste Station war Bethanya, die Taufstelle Jesu am Jordan. Sie liegt in einem militärischen Sperrbezirk und darf deshalb nicht allein besucht werden. Wir mussten deshalb auf einen Kleinbus mit Führer warten, der uns einige Stätten auf dem ca. fünf Kilometer langen Weg erklärte. Am Beeindruckendsten war die schön ausgestattete orthodoxe Kirche und direkt unterhalb der Jordan. Eine deutsche Freikirchen-Gemeinde hielt dort gerade eine Andacht ab. Direkt gegenüber ist die israelische Gedenkstätte: auch dort war eine Gruppe und sang auf Englisch. Wir fuhren dann weiter ans Tote Meer zum “Amman Beach” - der angeblich billigste Strandbereicht: es waren 15 JD Eintritt zu bezahlen, der für Umkleiden, Duschen und zwei große Pools galt. Auch hier waren sehr viele Badegäste - aus Europa und dem eigenen Land (die brauchten nur 10 JD zu bezahlen). Wir fuhren dann wieder hinauf nach Madaba, wo uns Ahmed direkt zur Hanania-Kirche fuhr, wo wir pünktlich wie ausgemacht um 18.00 Uhr ankamen und unsere Abschluss-Messe gefeiert haben. Es passte, dass es zum Lukas-Fest war, da von diesem Evangelisten täglich die Meßtexte waren und er auch die Ereignisse von Damaskus in der Apostelgeschichte überliefert hat - und als Urheber des Gnadenbildes von Sednaya gilt. P. Rodrigo aus Argentinien fuhr uns dann ins Hotel zurück. Ich aß wieder meine Falavel, dann war nächtliches Warten in der warmen Empfangshalle angesagt. Für Mitternacht war das Taxi bestellt und auch pünktlich vor Ort.

Orthodoxe Kirche in Bethanya

Sonntag 17.10.10

Sonntags ist die Hl. Messe nebenan erst um 08.00 Uhr - so dass wir hätten länger schlafen können: aber gegen 05.30 Uhr konnte ich nicht mehr schlafen, so dass ich den Tag begonnen habe. Zur Hl. Messe kamen die ganzen Kindergartenkinder - bis zur Wandlung sind die letzten eingetroffen. Von jeder Sitzplatzreihe wird eines zum Friedensgruß geführt, der so gespendet wird, dass die fromm gefalteten Hände von außen umfasst werden. Nach dem Kommunionempfang der Erwachsenen (der hier sonn- wie werktags unter beiderlei Gestalten erfolgt) kommen die Kinder in langen Reihen nach vorne, werden am Kopf berührt (zum Segnen reicht gar nicht die Zeit, so schnell werden sie vorbei geführt) und verlassen dann die Kirche für den Kindergarten. Anschließend schien eine Ordensschwester die Predigt (?) gehalten zu haben. Nach dem Frühstück hatte Claudia noch einen Notfalleinsatz, da ein Pilger einer französischen Gruppe, die in der Krypta gerade die Hl. Messe feierten, gesundheitliche Probleme bekommen hatte. Es stellte sich dann noch heraus, dass es nicht geklappt hatte,. dass Elias uns ein Taxi bestellt hätte. Ein christlicher Jugendlicher war bereit, uns eines zu besorgen: nach einigen Minuten hielt dann auch eines ohne Fahrgäste und wir einigten uns auf 250 SP bis zur Haltestelle der Sammeltaxis nach Jordanien. Der Kofferraum war für unsere Koffer wieder zu klein - so dass wir einen auf dem Rücksitz längs auf den Schoß nahmen. Unterwegs redete während der Fahrt der Fahrer mit einem anderen Taxifahrer durch die geöffneten Fenster und machte mit ihm aus, dass dieser uns nach nach Amman in Jordanien fahren würde. So hielten wir an und wechselten die Autos. Unser bisheriger Fahrer war mit 200 SP zufrieden. Am Halteplatz der Sammeltaxis erfolgte schon die erste Passkontrolle - bis Jordanien folgten noch eine ganze Reihe weiterer. Kurz vor der Grenze war der hintere rechte Reifen platt, Erich wechselte ihn mit dem Fahrer in kurzer Zeit. Beim Zoll musste alles ausgeladen werden, auch die Koffer geöffnet. Wir mussten sogar über einen am Boden liegenden Beamten fahren, der das Auto von unten inspizierte. An den Grenzen gab es wieder etliche Formalitäten an verschiedenen Schaltern zu erledigen - ab da ansonsten kaum andere Leute unterwegs waren, gab es keine längeren Wartezeiten dabei. Die Ausreisesteuer aus Syrien war sogar billiger. statt 800 SP (wie es im Reiseführer stand) waren es nur 500. Für das jordanische Visum mussten 10 JD umgewechselt werden. Unser Fahrer wollte nun 3000 SP haben. Er fuhr uns dann nach Amman bis zum Busbahnhof, was für uns sehr praktisch war, da wir somit teure Taxi-Kosten nach Madaba sparen konnten. Zwei Jugendliche trugen sogar Elisabeth und Claudia die Koffer über die Überführung. Am Busbahnhof war ein lebhaftes orientalisches Treiben und so gut wie keine Europäer zu sehen. Zweimal war der eintreffende Bus so schnell voll, dass wir keinen Platz mehr bekamen. Dann erboten sich zwei ganz junge Polizisten in Zivil, uns beim Reservieren der Plätze im nächsten Bus zu helfen: das klappte auch recht gut. Die großen Taschen bzw. Koffer kamen in den Gepäckraum, wir hatten alle auf der erhöhten Rückbank Platz. Claudia kam mit einem anderen Fahrtgast ins Gespräch, der uns ein günstiges Taxi für die Fahrt zum Hotel organisierte: es kostete nur 1 JD für alle zusammen und wurde wie auf dem Sinai von einem Beduinen gefahren. Der Besitzer vom Hotel “Black Iris”, dass Claudia vorab per Internet gebucht hatte, war sehr hilfsbereit in allen unseren Anliegen. Wir erhielten zwei Zimmer in der dritten (= obersten) Etage. Wir trafen uns dann bald für die Absprachen zum morgigen Programm und gingen in der Nähe etwas essen: ich fand ganz preisgünstige Falavel: ca. acht Stück haben mit einem großen Teller frittierter Kartoffeln nur 1 JD gekostet.

Erinnerung an die Kupferschlange des Mose

Samstag 16.10.10

Um 07.00 Uhr haben wir wieder die Heilige Messe mitgefeiert (P. Romualdo Fernandez OFM) und anschließend gefrühstückt. Gegen 09.10 Uhr sind wir dann aufgebrochen und haben zuerst die Kirche im vormaligen Haus des Hananias aufgesucht, der Saulus nach der Bekehrung vor der Stadt in die christliche Gemeinde aufgenommen hat. Leider war dort sehr viel Trubel, da scharenweise Besuchergruppen gekommen waren. In der gleichen Straße entdeckten wir auch noch eine kleine Georgs-Kapelle, in der sich mehrere Wunder ereignet haben sollen. Unser nächstes Ziel stand auch mit Paulus in Verbindung: das Kissan-Tor, wo er mit einem Korb die Stadtmauer herunter gelassen wurde. Im Inneren des Bab Kissan ist nun eine Kirche. Kurios ist, dass sich wenige Meter davor ein Hostel hinter der Stadtmauer befindet, deren Gäste auf einer Strickleiter herauf klettern können und deren Gepäck mit einem Korb herauf gezogen wird. Ein freundlicher Herr ließ uns durch das angrenzende Gebäude hindurch, so dass wir nicht durch die Hitze den Umweg um die Stadtmauer herum nehmen mussten und gleich wieder in die Altstadt gelangen konnten. Leider fanden wir trotz Suchens und Fragens nicht die Moschee, die sich über dem Haus des Judas befindet, wo Paulus nach der Bekehrung gewesen ist. So machten wir uns dann durch die riesigen überdachten Soukhs auf den Weg zur Omajaden-Moschee. Die Athomosphäre der Soukhs war sehr beeindruckend. Vor der Moschee spendierte Claudia eine Runde den von mir so geschätzten frisch gepressesten Granatapfelsaft. Der Eintritt zur Moschee kostete nur 50 SP. Zunächst besuchten wir das Grabmal Saladins und waren dann beeindruckt von der Größe und Pracht des riesigen Hofes, in dem reges Leben der zahlreichen Pilger - besonders der Familien mit ihren Kindern - herrschte. In der riesigen Moschee hielt gerade ein Imam vor einer kleinen Schar Männer eine lange Ansprache, die durch Lautsprecher sehr laut in die ganze Moschee übertragen wurde. Die muslimischen Frauen dürfen nur im Bereich der Eingangsseite beten. Komischerweise dürfen aber die Touristinnen (die einen braunen Kittel ausleihen müssen) in die gesamte Moschee. Unser Hauptziel war natürlich der Schrein Johannes des Täufers, der sich genau in der Mitte befindet. Nachher trennten wir uns, so dass jeder das Anschauen, Besuchen oder Einkaufen konnte, was er mochte. Ich trank noch einen Granatapfelsaft (50 SP) und aß wenig später eine große Falafel-Rolle (90 SP). Dann ging ich nochmals in die Hananias-Gasse zu Ibrahim G. Chammoun, der sehr preiswerte Holzkästchen mit Intarsien u. a. Handarbeiten anfertigt. Neben einigen Kästchen erwarb ich dort auch noch einen Haus-Segen mit dem Hl. Georg für 150 SP. Bei ihm konnte ich auch Geld wechseln und ließ mir Tipps geben für den Preis für die berühmte Olivenöl-Seife aus Aleppo - dank dieser konnte ich sie dann auch in den Souks günstig bekommen: ein Kilogramm für 250 SP - sonst hätte sie wesentlich mehr gekostet. Da ich nun ziemlich müde war, ging ich zurück zum Hostel, um die Fotos in den PC zu laden und diesen Bericht weiter zu schreiben. Später habe ich dann nebenan den Bekehrungsort Pauli besucht, wo ein Stück der römischen Straße ausgegraben und erhalten wurde und direkt darunter in einer Grotte der Altar einer ansonsten sehr modernen amphietheatermäßigen Kirche errichtet wurde. Um 18.00 Uhr ist hier samstags immer eine Hl. Messe um die Einheit der Christen. Ich bin dann nochmals zur Hananias-Kirche gegangen, in der nun nicht mehr so ein Rummel war. Um 18.00 Uhr wurde begonnen, vor der Vorabendmesse den Rosenkranz zu beten. Anschließend war ich nochmals in der Georgskapelle und bin dann bei meinem Stammimbiss essen gewesen. Auf der Suche nach frisch gepresstem Saft hörte ich auf einmal ein bekanntes Lachen - und sah die anderen gerade vorbeigehen auf der anderen Straßenseite - so dass ich mit ihnen langsam zurück gegangen bin. Unterwegs erwarb ich noch in einer Apotheke 12 Kapseln für 75 SP, da sich - wohl aufgrund es starken Luftzugs während der Fahrten im Libanon - die Stirnhöhlen vereitert haben. Unterwegs schauten wir uns in einem kleinen Geschäft noch einige typische Süßigkeiten an: der nette muslimische Inhaber unterbrach die Koran-Lesung, ließ und alles gratis probieren - und schenkte uns dann noch das, was wir kaufen wollten. - Noch nicht genug davon, erklärte er uns seine Kaffee-Mischungen mit Kardamon und lud uns alle noch zu einem Kaffee ein, den er uns frisch zubereitete (und dazu sogar noch aus der Nachbarschaft Stühle besorgte. Unmittelbar vor unserem Hostel entdeckte ich dann noch eine kleine Bar, wo mir Claudia einen großen Becher frisch gepresste Granatäpfel spendierte. Nebenbei besprachen wir mit Elias unsere morgige Weiterreise.

vor dem Schrein Johannes des Täufers in der Omayaden-Moschee

Freitag 14.10.10 - Teresa von Avila

Um 07.00 Uhr haben wir in der Kirche des Memorial St. Paul die Hl. Messe mitgefeiert. Knapp 30 sehr unterschiedliche Leute waren dabei, die sehr unterschiedliche Frömmigkeitsformen praktiziereren: so kommen zum Evangelium einige Frauen zum Ambo und lehnen ihren Kopf daran; bei der Kommunionausteiilung haben mir einige die Hände berührt oder geküsst vor oder nach dem Empfang der Kommunion unter beiderlei Gestalten...
Die ganze Liturgie wurde in arabisch gefeiert. Anschließend waren wir zum Frühstück, wo es sogar Bedienung gibt. Nach 08.30 Uhr sind wir dann mit unserem Fahrer Elias in seinem sehr komfortablen neuen Kleinbus los gefahren: erstes Ziel war der Marien-Konvent in Sednaya, wo wir zunächst das Marienheiligtum besucht haben (dort war auch gerade eine Gruppe vom Bayerischen Pilgerbüro), dann die Kirche und einiges andere. Wir hatten dann auch noch eine Audienz bei der Äbtissin und wurden im Empfangssalon zum Kaffee eingeladen. Jede Woche käme auch der syrische Präsident dorthin. Vom Dach aus hat man eine schöne Aussicht über den Ort und die weite Ebene. Es gäbe hier 39 Kirchen und Klöster.
Dann fuhren wir weiter nach Ma’alula, wo die Bevölkerung noch einen arramäischen Dialekt spricht. Zunächst waren wir im Kloster der Hl. Thekla: in der Kirche und oben im Felsen im eigentlichen Heiligtum - das wie in Sednaya auch nur ohne Schuhe betreten werden darf. Wie dort wird auch hier “heililges Öl” aus den Votiv-Lampen gewonnen und den Pilgern übergeben. Dann sind wir durch die Schlucht, die entstanden sein soll, als die hl. Thekla vor ihren Verfolgern flüchtete, hinauf gestiegen auf den Berg und haben dort das Kloster Mar Sarkis der heiligen Sergius und Bacchus besucht, wo wir auch eine Führung durch die uralte Klosterkirche erhielten (Teile stammen noch aus einem heidnischen Vorläuferbau). Am Ende betete uns die Führerin Rita das Vater Unser in der Sprache Jesu vor. Im Klosterladen lud uns einer der Basilianer-Patres zum Verkosten des Klosterweines ein. Dann fuhr uns Elias wieder hinunter in die Nähe des Thekla-Klosters, wo wir in einem Restaurant zu Mittag aßen. Dann ging nach einer knappen Stunde die Fahrt gegen 14.00 Uhr weiter durch die Wüste zum Fuß eines Gebirges, wo wir das Auto abstellten und einen steilen, aber gut befestigten Pfad hinauf stiegen zum Kloster Mar Musa: einem sehr alten Berg-Kloster, das verlassen war und vom italienischen Jesuiten P. Paolo SJ wieder belebt wurde. In der kleinen Kirche sind noch sehr viele Fresken erhalten. Nach dem Abstieg begann schon die Dämmerung, als wir gegen 17.00 Uhr dann weiter fuhren nach Qara, wo uns ein kleiner Junge auf dem Moped voraus fuhr, um uns den Weg zum Kloster “St. Jakobs des Zerschnittenen” zu zeigen. Gegen 18.00 Uhr kamen wir dort an, wo uns eine freundliche Belgierin empfing, die dort einige Tage verbracht hatte und nachts wieder heim flog. Ein junger Mann, der seit einem Jahr hier ist, hielt uns dann eine sehr schöne Führung durch die Klosteranlage und erzählte uns alles über die Geschichte des Patrons, des alten Mönchsklosters und seiner Marthyerer wie auch des Wiederaufbaus durch die Kamrelitinnen der Einheit Antiochiens vor ca. 20 Jahren. Nach einer Stunde ging es dann in rascher Fahrt auf der Autobahn zurück, so dass wir um 20.00 Uhr wieder in Mar Elias waren. Mit Erich war ich dann noch etwas Essen bei dem gleichen Imbiss wie gestern - wir hatten gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit verging, so dass es bei der Rückkehr im Hostel schon fast 22.00 Uhr war.

Marien-Kloster in Sednaya

Donnerstagt 14.10.10

Kurz nach 07.00 Uhr haben wir die Hl. Messe gefeiert und dann gefrühstückt. Wir waren pünktlich um 08.30 Uhr zur Abreise bereit, auch unser Fahrer Habib war inzwischen angekommen - aber er fuhr erst kurz nach 09.00 Uhr ab. Es ging über enge Gebirgstraßen durch beeindruckende Landschaften des Hochgebirges und dann hinunter in die Bekaa-Ebene, wo wir hauptsächlich durch muslimische Dörfer kamen, teilweise lebten die Einwohner auch in Beduienen-Zelten. Hier gibt es überall Landwirschaft mit Feldanbau und Viehherden. In vielen Orten hingen radikale Plakate, auf denen Ayatollas abgebildet waren - fast immer mit Soldaten in Kampfanzügen, mit schweren Waffen usw. Ein häufig wiederkehrendes Plakat zeigte Geldscheine, die in eine Moschee gesteckt wurden - und darunter wie eine Rakete abgefeuert wird. Wir kamen genau um 11.00 Uhr in Baalbek an, wo ich die berühmten antiken Ausgrabungen besichtigte: es sind die größten römischen Tempelanlagen weltweit. Um 12.00 Uhr fuhren wir weiter in eine Stadt unweit der Grenze, wo uns der Fahrer einen günstigen Taxi-Preis erhandelte: 6 $ pro Person bis vor Damaskus. Es war ein netter jüngerer muslimischer Fahrer, der uns auch bei den beiden Grenzen bei der Aus- und Einreise behilflich war. An der libanesischen mussten wir lange warten, da vor uns eine Gruppe Iraner an der Reihe war, bei denen es sehr lange gedauert hat. Ansonsten hatten wir keine größeren Probleme: es musste auch nichts bezahlt werden. In Syrien war die Straße sehr gut ausgebaut, so kamen wir schnell nach Damaskus, wo die libanesischen Taxis alle auf einem bestimmten Parkplatz ihre Endstation haben. Der Fahrer verhandelte wieder mit einem syrischen Taxi-Fahrer - so dass wir mit einem günstigen Preis, 5 $ pro Person in die Altstadt gebracht wurden. Das war sehr abenteuerlich, da die Koffer nicht alle in den Kofferraum passten, so dass ein großer noch auf dem Rücksitz verstaut werden musste und Claudia bei Elisabeth auf dem Schoß sitzen musste. Es wurde trotz der kurzen Strecke eine lange Fahrt, da auf den zehnspurigen Straßen dauernd Stau war und zuletzt der Fahrer immer wieder neu nach unserer Adresse fragen musste und teilweise neu suchen musste, da er das Haus nicht kannte. Ziemlich erschöpft kamen wir dann im Hostel “Mar Elias” der griechisch-orthodoxen Kirche an, direkt neben dem “Memorial St. Paul”, wo wir keinen Platz mehr erhalten hatten - P. Romualdo OFM von dort uns aber die Unterkunft vermittelt hatte. Wir suchten ihn gleich auf, um die nächsten Tage abzuklären: er war sehr freundlich und hilfsbereit. Das Haus selber ist sehr komfortabel: mit Kühlschrank, TV, Klimaanlage, richtigem Bad, Internet-Zugang usw. Uns wurde auch gleich ein Fahrer vermittelt, der auch kurz darauf zu uns ins Haus kam, um für den nächsten Tag die Route und den Preis zu besprechen. Da ich sehr müde war, suchte ich mir nur noch eine Kleinigkeit zu Essen (ich fand die leckeren Fladen, die wir bei den Zedern gegessen hatten), die kaum etwas kosteten (ich aß vier Stück: sechs hätten einen Euro gekostet). Dann nutze ich die erste richtige Duschmöglichkeit und erhielt ein Kabel für den Laptop, um die Fotos ins Album laden zu können und diese Zeilen zu verfassen.

Römische Ruinen in Baalbek

Mittwoch 13.10.10 (ULF von Fatima)

Nachdem P. Josef uns gestern dazu gedrängt hatte, morgens eher abzufahren hatten wir vereinbart, die Hl. Messe schon nach dem Konventamt der Trappisten zu feiern und ohne Gesänge. So konnten wir auch mit dem Frühstück eher beginnen und den Abwasch erledigen. Auch der Fahrer war schon da, ebenso Dr. Assaf, der uns heute wieder begleiten konnte. Trotzdem konnte es nicht los gehen, da wir zu P. Joseph gebeten wurden, der uns seine Projekte vorstellte und uns um Unterstützung in Deutschland usw. bat. Es wurde eine langwierige Sache - ebenso dann das Regeln der finanziellen Dinge: wir waren ganz baff, als wir erfuhren, dass wir täglich 50 US-$ zahlen sollten (Alfredo hatte damals bei der Empfehlung des Hauses gemailt, dass er 28 $ gezahlt hätte, was aber nur Selbstkostenpreis wäre, so dass wir noch etwas spenden sollten. Auch der Preis für Taxi und Chauffeur wurde horrend hoch, da volle vier Tage berechnet werden müssten, zusätzlich noch das Benzin. Es kam ein Preis von ca. 1000 $ heraus. Als er unsere Betroffenheit feststellte, reduzierte er zumindest den Preis für Übernachtung und Halbpension auf 30 € pro Tag / Person, so dass wir dafür auf 480 kamen. Gegen 10.00 Uhr fuhren wir dann ziemlich betroffen los und Claudia versuchte mehrmals unterwegs mehr oder weniger erfolglos von ihrer Kreditkarte die Dollar-Summe zu erhalten. Dr. Assaf erzählte uns unterwegs wieder viel aus Geschichte, Landschaft und Kultur, ließ auch das Auto einmal anhalten, um in der Ferne ein Felsenkloster zu sehen, ein anderes mal, um frische Bananen aus der hiesigen Ernte zu spendieren. Mittags trafen wird dann im sehr schön gelegenen “Tal der Heiligen” im Kloster St. Antonius an, wo wir zur Zeit des Angelus erleben konnten, wie einer der maronitischen Mönche sich an die Glockenseile hängte, um zu läuten. Ein anderer Mönche lud uns im Empfangssaal zu hausgemachten Getränken ein. Dann besuchten wir nochmals die Felsenkirche, eine weitere große Grotte, in der noch Ketten hängen, die früher Kranken und Besesessenen um den Hals gelegt wurden zur Heilung und in der sich viele Töpfe befanden die Gläubige als Votivgaben gespendet hatten. Anschließend besuchten wir das Kloster-Museum, in dem u. a. ein Stab zu sehen war, der vom hl. König Ludwig IX. stammte und die älteste Druckmaschine nach Guttenberg, mit der zum ersten mal hier etwas auf Arabisch gedruckt wurde. Wir setzten dann die Fahrt fort zum Nationalpark der Zedern auf 1800 Meter Höhe, wo wir zunächst in einem Imbiss uns von lokalen Speisen verwöhnen ließen: uns wurde zuerst frisches Tabouleh bereitet, dann auf dem glühenden Eisen Fladen mit einem speziellen Kräuteraufstrich. Ein Landwirt von dort brachte uns noch verschiedene Obst und Gemüsesorten vorbei. Anschließend bewunderten wir die kläglichen Reste der früher üppigen Zedernwälder, deren Holz seit biblischen Zeiten weltberühmt ist. In den zahlreichen Souvenier-Ständen erwarben wir dann auch einige Andenken aus dem Fallholz. Auf dem Rückweg konnten wir dann noch einen kurzen Halt beim Haus des Kalil Gibhran einlegen, dem größten Dichter des Landes - dessen Werke Dr. Assaf und seine Frau übersetzt hatten. Unterwege konnten wir von oben noch einige Blicke in das weitere Tal der Heiligen werfen, wo sich die Gräber von 16 Patriarchen befinden und wir auch noch aus der Ferne ein Felsenkloster sehen konnten. Leider war dann keine Zeit mehr, um in Byblos die Basilika des hl. Evangelisten Johannes Markus zu besuchen (Dr. Assaf kennt den Kustoden, der den Schlüssel hat, und hätte uns gerne herein gelassen). Um 18.00 Uhr konnten wir pünktlich zu einem Meeting mit einer Universität unseren guten Begleiter absetzen: ich begleitete Claudia zu einem Bankomat und einer Wechselstelle in einem Supermarkt, wo sie noch Dollars erhalten konnte. Schon bald nach der Rückkehr konnten wir um 19.00 Uhr mit den Franzosen zu Abend essen. Dabei führten wir Krisengespräche,. da die für den Folgetag vorgesehene Besichtigung Beiruts (Dr. Assaf würde uns nach Möglichkeit 1-2 Stunden etwas zeigen) unsicher würde, da der Präsident Irans sich noch in der Stadt aufhielt. Außerdem erhielten wir Warnungen aus Österreich, dass er im Südteil des Landes Israel provizieren wolle und die gesamte Region in eine große Krise gestürzt werden könnte. Ich schlug deshalb vor, statt von Beirut aus über Baalbek nach Syrien zu reisen. Wir einigten uns schließlich darauf und P. Josef schlug uns das auch vor. Der Chauffeur würde uns nach den Besichtigungen in eine grenznahe Stadt bringen, von der aus wir per Sammel-Taxi nach Damaskus reisen könnten. Zudem gab es noch eine positive Überraschung beim Bezahlen, als der Betrag für die Fahrten nun pro Tag nur noch 100 US-Dollar sein würde. Wir verabschiedeten uns dann erleichtert von P. Josef.

Höhlenkloster

Dienstag 12.10.10

Um 07.00 Uhr haben wir in der Klosterkirche die Hl. Messe gefeiert und anschließend gefrühstückt. Die Franzosen waren um die Zeit schon fertig und wieder unterwegs. Dann fuhren wir mit einem anderen Fahrer – Habib - als gestern los: zuerst zum Heiligtum ULF vom Libanon in Harissa. Die Kapelle unterhalb der Statue war zum stillen Gebet geöffnet, die große moderne Pilgerkirche geschlossen. Wir konnten auch oben hinauf, wo man dann eine Panorama-Aussicht über den gesamten Golf bis nach Byblos hat. Dann fuhren wir weiter nach Jeitah zu den zweitgrößten Tropfsteinhöhlen der Welt. Vom Parkplatz aus ging es mit einer Gondelbahn zur oberen Höhle. Mit uns fuhren einige Schulklassen mit Kindern der Hisbollah. Am Eingang der Höhle mussten Kameras und Handies in einen Safe verschlossen werden, da absolutes Fotografierverbot herrschte. Die riesigen Stalagtiten und Stalagmiten waren eine Augenweide. In der unteren Höhle ist ein unterirdischer Fluss mit kleinem Wasserfall: so wurden wir dort auf einem Boot durch die langen Gänge der Tropfsteine gefahren. In einer Art Halle stoppte der Fahrer den Motor: ich sang dort mit Elisabeth das lateinische “Salve Regina”: vor uns waren drei Russen so gerührt, dass sie uns zum Dank die Hände schüttelten. Leider hatte uns der Fahrer für alles zusammen nur eine Stunde Zeit gewährt. Dann fuhren wir zurück zur Straße am Meer und reisten nach Byblos, wo wir in der Mittagszeit ankamen. Leider war die Basilika des hl. Evangelisten Johannes Markus verschlossen, so dass ich sie nur von außen anschauen konnte. Ganz in der Nähe war das Ausgrabungsgelände der antiken Stätten und eine Moschee mit blauer Kuppel. Beim benachbarten Stadttor begannen die Gassen der Altstadt. Nach einer halben Stunde Zeit ging es weiter: in der Neustadt hielten wir zu einem Imbiss: es gab Falavel-Rollen, die gut schmeckten und frisch bereitet wurden. Es ging dann weiter zum Kloster der hl. Rafka (Rebekka): zunächst kamen wir an ihr erstes Grab, wo auch die anderen Schwestern des Klosters bestattet werden. Alles liegt sehr ruhig in einem kleinen Hain. Unterhalb wird eine riesige Pilgerkirche errichtet. Dann kamen wir an ihr Grab und zur Klosterkirche. Wir fuhren dann weiter zum nahegelegenen Kloster des sel. Hardini und des erst im Juli seliggesprochenen Joseph Nehmet: da sein Leib unverwest ist, kann man ihn in einem Glassarg sehen, direkt gegenüber vom Grab des sel. Hardini. Es sind auch die Gedenkräume zu besichtigen (Zelle, Atelier, Studierzimmer usw.). Zum Gebet laden auch zwei schöne Kapellen ein. Auch an diesem Ort ist schon das Fundament gegossen für eine große Pilgerkirche. Auch dieses Kloster ist eine Oase der Ruhe. Bei rasanter Fahrt ging es dann zurück nach Dlebta, wo wir um 17.00 Uhr wieder im Kloster ankamen. Um 18.00 Uhr habe ich an der Vesper der Trappisten teilgenommen, die alles auf Arabisch gesungen haben: acht Mönche, ein Novize (der gut Deutsch spricht, da er früher in Bremen und Hamburg gelebt hat) und ein Postulant (aus Damaskus). Um 19.30 Uhr haben wir wieder gemeinsam mit den Franzosen zu Abend gegessen.

Moschee in Byblos

Montag 11.10.10 (Seliger Johannes XXIII)

Ca. um 01.00 Uhr ging es dann endlich los: der Flug dauerte 1,5 Stunden. Trotz dieser kürzeren Zeit wurde ein Essen gereicht - wenn auch nichts Warmes. Die Zeit verging schnell und wir landeten bei strömendem Regen in Beirut. Dort erfuhren wir, dass es der erste Niederschlag seit einem halben Jahr war. Wir waren erstaunt, dass wir für das Visum nichts bezahlen mussten: anscheinend etwas neues, da sonst überall der Betrag in Dollar genannt wird. Es ging recht schnell - allerdings kannte der Beamte unsere Aufenthaltsadresse nicht: er begnügte sich dann aber mit der Telefon-Nummer, die Claudia parat hatte. Es war nicht mehr viel Gepäck auf den Bändern, so dass wir gleich die Koffer fanden. Beim Verlassen sahen wir dann gleich P. Prior Josef vom Trappisten-Kloster in Dlebta, der uns persönlich abholte und dafür die ganze Nacht aufblieb. Er fuhr mit uns sogar noch zum Berg Harissa hinauf, wo die Statue ULF vom Libanon beleuchtet war - wie auch viele Kreuze, Statuen, und Kapellen, was wir gar nicht so vermutet hatten. Der Regen hatte schon aufgehört, als wir aus dem Flughafen kamen, es waren aber überall riesige Pfützen. Auf dem Berg wehte frischer Wind, was recht gut tat nach so vielen Stunden in Flughäfen und Flugzeugen. Dlebta ist nur eine Viertelstunde entfernt, so dass wir bald beim Kloster waren und unsere Zimmer beziehen konnten: um 05.00 Uhr kamen wir ins Bett.

Wir hatten uns zwar verabredet, bis 10.00 Uhr zu schlafen - aber die französische Pilgergruppe im Haus war früh schon so lebhaft, dass ich nicht im Bett blieb. Nach 10.00 Uhr trafen wir uns dann zum Früstück mit selbstgemachten Produkten der Trappisten und gegen 11.00 Uhr fuhr uns der Fahrer Charbel nach Jounieh, wo wir in St. Paul Dr. Assaf abholten, der gut Deutsch spricht und mit einer deutschen Professorin verheiratet ist. Er führte uns zunächst zur Adonis-Quelle und erklärte uns viel von der Gegend und Geschichte. Gegen Mittag ludt er uns in seinem schönen Haus (ein restauriertes ursprüngliches Stallgebäude) zum Kaffee ein. Anschließend fuhren wir durch das Adonis-Tal zum neuen Wallfahrtsort des Foyer de Charite: Wir besuchten die Wallfahrtskirche und einige andere Stätten dieses großen religiösen Zentrums im Geiste von Marte Robin. P. Joseph ludt uns ebenfalls zu Kaffe, Saft und hausgemachtem Gebäck ein. Dann setzten wir die Fahrt auf engen Gebirgs-Strassen fort nach Annaya zum Kloster St. Maron: hier durften wir direkt am Grab des heiligen Charbel die Heilige Messe feiern. Anschließend besuchten wir noch einiges im Wallfahrtsgelände, u. a. auch den Pater, der für die Registrierung der Wunder zuständig ist: allein seit Juli seien 18 davon gemeldet worden: zwei davon von Shiiten, eines von Alawiten. Die Muslims würden viele der hiesigen Wallfahrtsorte besuchen, in Harissa sogar mehr als die Christen. Wir kamen auch durch eine Gegend von überwiegend schiitischen Dörfern mit ihren Moscheen. Ansonsten fielen uns die riesige Zahl von Kirchen, Klöstern, Kapellen, Kreuzen, Marterln, Heiligen-Bildern auf, die oft auch nachts beleuchtet werden. Anschließend fuhren wir hinauf in die Einsiedelei des hl. Charbel, von der aus man auch eine gute Panorama-Aussicht in alle Richtungen bewundern kann. Schon in der Dämmerung bzw. Dunkelheit führte uns Dr. Assaf dann noch zu zwei weitgehend unbekannten Attraktionen: die erste war eine kleine Kapelle, die über dem Säulenrest eines Styliten erbaut worden war, damit die Reliquien-Sammler wenigstens diesen übrig ließen. Die zweite war eine Kirche, in die z. T. Reste aus der Zeit der Phönizier und Römer integriert war: hauptsächlich in Stein gehauene Inschriften und Reste von Fresken.

Nach der Rückkehr nahmen wir gemeinsam mit der Gruppe Ichthys das Abendessen ein, auch P. Prior Joseph gesellte sich dazu. So neigte sich der erste sehr beeindruckende Tag unserer Pilgerreise und ich beeilte mich, noch diese Zeilen aufzeichnen zu können, da es dann keinen Strom mehr gab (auch bei Dr. Assaf war es schon so am Nachmittag: die Städte hätten nicht genügend Geld, um die Stromzhufuhr einen ganzen Tag gewährleisten zu können: so wäre er immer stundenweise abgeschaltet.

Selige Rafka (Rebekka), hl. Charbel, sel. Hardini

Sonntag 10.10.10

Schon gestern vormittag ist Fr. Bernhard OSBobl angereist und konnte so auch in der Pontifikal-Vesper zu unserem Kirchweihfest ministrieren. Wie üblich bin ich um 04.30 Uhr aufgestanden, habe das Morgengebet gehalten, die restlichen Sachen gepackt und dann um 06.20 Uhr mit ihm die Hl. Messe gefeiert. Eine Stunde später sind wir dann auf Landstraßen bei aufgehender Sonne nach Erding gefahren, wo ich fast sieben Stunden die Therme genießen konnte. Nach dieser Erholung sind wir dann vor 16.00 Uhr zum Flughafen gefahren, wo wir nach kurzer Fahrt angekommen sind. Da ich wusste, dass die Turkish Airlines Schalter im Untergeschoß des Terminal 2 sind, fuhren wir gleich zur Ankunftsebene. Da es keine Warteschlange gab, bin ich gleich dran gekommen. Den Check-In hatte ich gestern schon per Internet erledigt, so brauchte ich nur noch die Tasche aufgeben und erhielt für beide Strecken noch eine extra Bordkarte. Bei der Sicherheitskontrolle gab es auch keine Probleme, da ich die betreffenden Gegenstände schon alle aus dem Habit entfernt hatte. Bereits am Schalter war mir mitgeteilt worden, dass der Flug vorraussichtlich 50 Minuten Verspätung habe. So habe ich Claudia am Wiener Flughafen angerufen, damit sie Bescheid wissen, wenn ich in Istanbul später ankomme. Später rief sie an, dass auch ihr Flug Verspätung habe. Eine nette Begegnung hatte ich in der Wartezeit, als ich die riesige Halle abschritt und schaute, ob es irgendwo etwas nicht so teures zu Essen geben würde Da sprach mich ein älterer Herr an, ob ich Mönch sei, Hunger - aber kein Geld habe: er hätte Geld, aber keinen Hunger und würde mich gerne einladen: er hätte z. b. eben eine gute Hummer-Suppe gegessen. Es kam ein schönes Gespräch zustande, er stellte mir dann auch noch seine Gattin vor - aber ich wollte nicht als “Bettler” erscheinen und habe deshalb die Einladung nicht angenommen mit dem Hinweis, dass es ja sicher im Flugzeug etwas zu essen geben würde.
Später habe ich dann noch den von der ev. und rk Kirche unterhaltenen “Raum der Stille” aufgesucht: ein kleines Zimmer ganz in weiß mit zwei kleinen Sitznischen. Einziger “Schmuck”: ein deckenhoher Baumstamm, in den die Leute etliches eingeritzt hatten sowie ein muslimischer Gebetsteppich: die Richtung nach Mekka ist am Eingang angegeben. Im Vorraum gibt es in einem kleinen Regal den Koran, die Lutherbibel und andere “heilige Schriften”. Außer mir war nur eine Muslima dort, die ihr Gebet verrichtete.
Statt 18.05 ging es dann wesentlich später los. Um 19.30 Uhr hob die Maschine ab. Ich hatte einen Fensterplatz auf der rechten Seite in der 7. Reihe (1-5 waren Business-Class). Die Flugzeit betrug genau zwei Stunden. Der Flughafen Atatürk in Istanbul ist riesig. Die auf meiner in München erhaltenen Bordkarte stehenden Angaben erwiesen sich als falsch: ich musste zum Gate 217, nicht zu 205 - außerdem hatte auch dieser Flug Verspätung: mehr als eine Stunde. Ich hatte auch keinen Durchblick, da wir hier schon in einer anderen Zeitzone waren: die Uhr müsste eine Stunde vorgestellt werden, was bei meiner allerdings nicht geht. Trotz Transit-Bereich musste man nochmals durch eine Sicherheitskontrolle, bei der bei mir alles o. k. war. Ich suchte mir ganz in der Nähe einen Sitzplatz, um die anderen zu finden. In der Nähe holten zwei Männer einen großen Papp-Deckel und verrichteten darauf Richtung Mekka ihr Nachtgebet. Bald sah ich auch auch drei ankommen, die Elisabeth, Erich und Claudia sein mussten: letztere sah ich als Letzte und kannte sie von Fotos: es war eine herzliche Begrüßung, wir waren froh, dass wir uns gefunden hatten.

Einladung zu Getränken und Gebäck im Foyer de Charite