Moschee in Nuweiba

Moschee in Nuweiba
2. Aufenthalt im Sinai (Januar 2010)

Montag, 25. Oktober 2010

Samstag 16.10.10

Um 07.00 Uhr haben wir wieder die Heilige Messe mitgefeiert (P. Romualdo Fernandez OFM) und anschließend gefrühstückt. Gegen 09.10 Uhr sind wir dann aufgebrochen und haben zuerst die Kirche im vormaligen Haus des Hananias aufgesucht, der Saulus nach der Bekehrung vor der Stadt in die christliche Gemeinde aufgenommen hat. Leider war dort sehr viel Trubel, da scharenweise Besuchergruppen gekommen waren. In der gleichen Straße entdeckten wir auch noch eine kleine Georgs-Kapelle, in der sich mehrere Wunder ereignet haben sollen. Unser nächstes Ziel stand auch mit Paulus in Verbindung: das Kissan-Tor, wo er mit einem Korb die Stadtmauer herunter gelassen wurde. Im Inneren des Bab Kissan ist nun eine Kirche. Kurios ist, dass sich wenige Meter davor ein Hostel hinter der Stadtmauer befindet, deren Gäste auf einer Strickleiter herauf klettern können und deren Gepäck mit einem Korb herauf gezogen wird. Ein freundlicher Herr ließ uns durch das angrenzende Gebäude hindurch, so dass wir nicht durch die Hitze den Umweg um die Stadtmauer herum nehmen mussten und gleich wieder in die Altstadt gelangen konnten. Leider fanden wir trotz Suchens und Fragens nicht die Moschee, die sich über dem Haus des Judas befindet, wo Paulus nach der Bekehrung gewesen ist. So machten wir uns dann durch die riesigen überdachten Soukhs auf den Weg zur Omajaden-Moschee. Die Athomosphäre der Soukhs war sehr beeindruckend. Vor der Moschee spendierte Claudia eine Runde den von mir so geschätzten frisch gepressesten Granatapfelsaft. Der Eintritt zur Moschee kostete nur 50 SP. Zunächst besuchten wir das Grabmal Saladins und waren dann beeindruckt von der Größe und Pracht des riesigen Hofes, in dem reges Leben der zahlreichen Pilger - besonders der Familien mit ihren Kindern - herrschte. In der riesigen Moschee hielt gerade ein Imam vor einer kleinen Schar Männer eine lange Ansprache, die durch Lautsprecher sehr laut in die ganze Moschee übertragen wurde. Die muslimischen Frauen dürfen nur im Bereich der Eingangsseite beten. Komischerweise dürfen aber die Touristinnen (die einen braunen Kittel ausleihen müssen) in die gesamte Moschee. Unser Hauptziel war natürlich der Schrein Johannes des Täufers, der sich genau in der Mitte befindet. Nachher trennten wir uns, so dass jeder das Anschauen, Besuchen oder Einkaufen konnte, was er mochte. Ich trank noch einen Granatapfelsaft (50 SP) und aß wenig später eine große Falafel-Rolle (90 SP). Dann ging ich nochmals in die Hananias-Gasse zu Ibrahim G. Chammoun, der sehr preiswerte Holzkästchen mit Intarsien u. a. Handarbeiten anfertigt. Neben einigen Kästchen erwarb ich dort auch noch einen Haus-Segen mit dem Hl. Georg für 150 SP. Bei ihm konnte ich auch Geld wechseln und ließ mir Tipps geben für den Preis für die berühmte Olivenöl-Seife aus Aleppo - dank dieser konnte ich sie dann auch in den Souks günstig bekommen: ein Kilogramm für 250 SP - sonst hätte sie wesentlich mehr gekostet. Da ich nun ziemlich müde war, ging ich zurück zum Hostel, um die Fotos in den PC zu laden und diesen Bericht weiter zu schreiben. Später habe ich dann nebenan den Bekehrungsort Pauli besucht, wo ein Stück der römischen Straße ausgegraben und erhalten wurde und direkt darunter in einer Grotte der Altar einer ansonsten sehr modernen amphietheatermäßigen Kirche errichtet wurde. Um 18.00 Uhr ist hier samstags immer eine Hl. Messe um die Einheit der Christen. Ich bin dann nochmals zur Hananias-Kirche gegangen, in der nun nicht mehr so ein Rummel war. Um 18.00 Uhr wurde begonnen, vor der Vorabendmesse den Rosenkranz zu beten. Anschließend war ich nochmals in der Georgskapelle und bin dann bei meinem Stammimbiss essen gewesen. Auf der Suche nach frisch gepresstem Saft hörte ich auf einmal ein bekanntes Lachen - und sah die anderen gerade vorbeigehen auf der anderen Straßenseite - so dass ich mit ihnen langsam zurück gegangen bin. Unterwegs erwarb ich noch in einer Apotheke 12 Kapseln für 75 SP, da sich - wohl aufgrund es starken Luftzugs während der Fahrten im Libanon - die Stirnhöhlen vereitert haben. Unterwegs schauten wir uns in einem kleinen Geschäft noch einige typische Süßigkeiten an: der nette muslimische Inhaber unterbrach die Koran-Lesung, ließ und alles gratis probieren - und schenkte uns dann noch das, was wir kaufen wollten. - Noch nicht genug davon, erklärte er uns seine Kaffee-Mischungen mit Kardamon und lud uns alle noch zu einem Kaffee ein, den er uns frisch zubereitete (und dazu sogar noch aus der Nachbarschaft Stühle besorgte. Unmittelbar vor unserem Hostel entdeckte ich dann noch eine kleine Bar, wo mir Claudia einen großen Becher frisch gepresste Granatäpfel spendierte. Nebenbei besprachen wir mit Elias unsere morgige Weiterreise.

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