Früher wäre ich nie auf die Idee gekommen, nach Syrien oder ähnliche Länder zu reisen. Dann habe ich aber regelmäßig mit großem Interesse die Briefe von meiner früheren Mitpilgerin N. N. gelesen, die durch Points Coer ("Offenes Herz") in Aleppo und später zum Arabisch-Studium in Damaskus war. Mit Faszination habe ich dann im "Paulus-Jahr" das betreffende Buch von Michael Hesemann über den Völkerapostel gelesen - der dessen gesamte Weg zu den Recherchen nachgegangen ist und dabei auch viel Interessantes über die heutigen Gedenkstätten in Damaskus berichtet hat. Das ließ in mir den Wunsch aufkommen, auch einmal dorthin zu pilgern. Allerdings stellte ich bald fest, dass es dorthin keine "Billigflüge" gibt - eine Reise mit dem Flugzeug also nicht in Frage kommen kann. So suchte ich nach Alternativen und stieß auch auf verschiedene Beschreibungen, wie man vor allem von Istanbul aus per Bahn oder Bus nach Syrien reisen kann. Allerdings ist so etwas natürlich mit einem viel größerem Zeitaufwand verbunden. Außerdem fällt ein großer Teil der Strecke vom "Orient-Express" wegen Gleisarbeiten aus. Und auch Return-Flüge nach Istanbul als Ausgangsbasis sind nicht mehr so leicht zu bekommen - auch mit Alternativen (Ankara, Hatay, Adana) klappte es nicht. Eine Bestärkung, mich in islamische Länder zu wagen, erhielt ich zwischenzeitlich durch meinen ersten Aufenthalt in einem solchen Land: während des Gaza-Krieges weilte ich erstmals eine Zeit auf dem Sinai am Rande eines Beduinen-Dorfes am Golf von Aqaba, direkt Saudi-Arabien gegenüber. In diesem Jahr konnte ich übrigens ein zweites mal dort eine interessante Zeit verbringen.
Da sich immer wieder Leute an mich wenden, ob ich nicht mal wieder eine Pilgerreise organisieren würde, kam ich dann auf die Idee, eine solche nach Syrien und die beiden Nachbarländer Libanon und Jordanien zu gestalten. Dabei konnte ich dann ein ansprechendes Programm entwickeln:
http://www.urbanplus.com/weltenburg/pilgerreise2010.html
Es gab auch zahlreiche Anfragen, denen ich Unterlagen zuschickte - aber dann doch letztlich bis zum Stichtag (Anmeldeschluss wegen letztmöglicher kostenloser Stornierung des Fluges usw.) zu wenig Anmeldungen, so dass ich die Wallfahrt absagen musste.
Claudia Kantemir aus Wien, die fast zeitgleich wie ich eine Pilgerreise in den Libanon organisieren wollte, tauschte sich dann mit mir aus - und wir sprachen uns ab, dass wir nun als kleine Gruppe von insgesamt vier Personen die Pilgerziele im Nahen Osten aufsuchen würden. Wir buchten die Flüge so, dass die drei von Wien und ich von München aus fliege - und wir uns in Istanbul zur gemeinsamen Weiterreise treffen. Nach langem Suchen und Erwägen verschiedener Alternativen (z. B. über Rom oder Paris) entschieden wir uns dann doch für die gleichen Flüge, die auch für die Gruppen-Reise vorgesehen waren - auch wenn diese zu äußerst ungünstigen Nacht-Zeiten liegen (bei den Alternativen hätten wir tagsüber fliegen können - allerdings dann wesentlich länger, was auch recht anstrengend geworden wäre).
Nun haben wir alle die Syrien-Visa und planen weiter, wie wir uns in den Ländern fortbewegen, wo wir übernachten, was für Orte wir aufsuchen können usw.
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